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Viren & Schädlinge

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Viren & Schädlinge

Viren & Schädlinge

Mittlerweile hat sich „Virus“ umgangssprachlich als Oberbegriff für Schädlinge aller Art etabliert. Genau genommen ist das allerdings nicht ganz richtig, da ein Virus ein Schädling mit speziellen Eigenschaften ist, genauso wie ein Wurm, ein Trojanisches Pferd oder ein Hoax. Oft vereinen Schädlinge allerdings mehrere Charakteristika; beispielswiese gibt es viele Mail-Würmer, die ebenso Virus-Funktionen aufweisen.

Ein Virus ist ein kleines Programm, das sich selbst an fremde Dateien anhängt oder sich aber auch in die Startanweisungen eines Computers kopiert und so verbreitet. Viren können einfach nur Scherze sein, können aber auch großen Schaden auf einem Computer und noch mehr in Netzwerken anrichten (z.B. die Festplatte löschen). Dagegen schützt man sich mit einem Antivirenprogramm (Virenscanner), das in regelmäßigen Intervallen auf den neuesten Stand gebracht (upgedatet) wird. Im Internet entsteht die Virengefahr in der Regel erst beim Downloaden von ausführbaren Dateien, ein bloßes Betrachten ist meist ungefährlich; es gibt aber auch schon Mechanismen, die beim bloßen Öffnen einer Webseite Veränderungen am Computer des Besuchers bewirken können, beispielsweise Trojaner einschleusen.

Die Gefährlichkeit solcher Angriffe richtet sich wie bei Hacker-Attacken nach den Sicherheitseinstellungen des Browsers. Es gibt bereits zigtausende Computerviren verschiedenster Art. Sie richten enorme Schäden an, vor allem durch den Aufwand an Neuinstallationen und Datenrekonstruktionen, aber auch durch Datenverlust. Was Computer-Viren mit ihren biologischen Artgenossen gemein haben, ist die selbstständige Vervielfältigung und Ausbreitung, wenn sie einmal ein System befallen haben.

  • Bootviren, Bootsektorviren
    Bootviren oder Bootsektorviren verbreiten sich nicht über Programme, sondern über Disketten.
    Sie infizieren den Startbereich eines Datenträgers. Beim Booten (Starten) des Rechners von einer infizierten Diskette oder Festplatte lädt sich der Bootvirus unbemerkt in den Speicher. Von diesem Augenblick an wird jede Diskette infiziert, die in das Diskettenlaufwerk eingelegt wird, wenn sie nicht schreibgeschützt ist. Bootviren können sich nur ausbreiten, wenn von einem infizierten Datenträger gebootet wird. Eine „saubere“ Festplatte kann also nur durch das Booten von einer infizierten Diskette „verseucht“ werden.
  • Makro-Viren
    Makroviren befallen nicht Programme, sondern Dokumente! Sie verstecken sich in Word- oder Excel-Dokumenten oder in Dokumentvorlagen. Sie werden durch das Öffnen des befallenen Dokuments aktiv. Da die dazugehörigen Programme Word bzw. Excel sehr weit verbreitet sind und außerdem für verschiedene Betriebssysteme zur Verfügung stehen, kommt dieser Virenart in letzter Zeit eine große Bedeutung zu. Für etwa 80% aller Schadensmeldungen sind Makro-Viren verantwortlich, obwohl sie zahlenmäßig nur etwa 13% aller bekannten Viren umfassen.
  • Programmviren, Dateiviren
    Programmviren infizieren Programme, also ausführbare Dateien mit der Endungen EXE oder COM (z.T. auch SYS oder OVL). Beim Start eines infizierten Programmes wird zunächst (unbemerkt vom Nutzer) der Virus gestartet, es werden andere Dateien infiziert und anschließend das eigentliche Programm gestartet. Eine infizierte Datei ist etwas
    größer als die Originaldatei, sie vergrößert sich um die Länge des Virencodes. Außerdem verändert sich durch eine Infektion die Prüfsumme der Datei, so dass Antivirenprogramme diese Viren mit Hilfe von Prüfsummenverfahren entdecken können.
  • Polymorphe Viren
    Antivirenprogramme erkennen Viren unter anderem anhand typischer Bytefolgen. Polymorphe Viren verändern ihren eigenen Programmcode bei jeder neuen Infektion, dadurch wird die Erkennung wesentlich erschwert. Stealth-Viren, Tarnkappenviren Diese besonderen Programmviren verstecken sich beim Zugriff auf die infizierte Datei. Greift z.B. ein Antivirenprogramm auf die Datei zu, so entfernt sich der Virus zeitweilig und infiziert die Datei im Anschluss an die Prüfung durch das Antivirenprogramm erneut.
  • Hoax
    Neben tatsächlichen Schädlingen landen auch immer wieder so genannte Hoaxes in der E-Mail. Bei diesen „Scherz-Mails“ handelt es sich um Warnungen vor angeblichen oder vermeintlichen Viren. Die Faustregel zur Erkennung von Hoaxes ist einfach: Virenwarnungen, die unaufgefordert eintreffen, sind nicht ernst zu nehmen. Solange Sie also keinen Newsletter eines Antivirus-Unternehmens abonniert haben, sind solche Warnungen meist falsch. Ein weiteres Indiz für Hoaxes ist die Aufforderung, die Mail an „alle Freunde und Bekannte“
    weiterzuschicken.
  • Trojanisches Pferd
    Bei einem Trojanischen Pferd handelt es sich um eine Software, die vorgibt, etwas Nützliches zu tun, aber tatsächlich das System kompromittiert (etwa mit einer Backdoor versieht). Ein berüchtigtes Beispiel ist Back Orifice von der US-amerikanischen Hackergruppe Cult of the Dead Cow (cDc). Dieses Programm nistet sich im Hintergrund eines Windows-Rechners ein und ermöglicht fortan die komplette Kontrolle von außen.
  • Wurm
    Ein Wurm wird durch seine besondere Verbreitungmethode charakterisiert. Im Unterschied zu Viren benötigen Würmer keinen Wirt; es sind eigenständige Programme, die Routinen besitzen, um sich auf andere Rechner zu kopieren. Der am häufigsten genutzte Verbreitungsweg ist E-Mail: Die Würmer verschicken sich als (meist direkt ausführbares) Attachment an mehr oder weniger zufällig ausgewählte Mail-Adressen. SirCam oder Kournikova sind berüchtigte Beispiele dieser Gattung. Für gewöhnlich erfordern Würmer eine Aktion des Anwenders (Ausführen des Attachments), um aktiv zu werden, Nimda nutzte jedoch eine Sicherheitslücke, die ihn automatisch bei Betrachten der Mail in Microsoft Outlook und Outlook Express startete.

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